Frust mit Social Media?! Warum nur?

Wir neigen, alle wie wir da sind, zu Übertreibungen. Das ist das kein geringes Problem. Gerade wenn es um die Medien geht, wird jede Neuerung euphorisch bejubelt. Was dann, ebenso gesetzmäßig, dem obligatorischen Katzenjammer Platz macht, weil die Realität die Erwartungen nicht annähernd einlöst. Wie auch?

Es gibt noch mindestens ein zweites Problem: Wir lassen den Dingen - und uns selbst - keine Zeit (mehr). Wie sollen sich neue Routinen der Mediennutzung einspielen, wenn wir immer schon gleich die nächste Sau durchs Dorf treiben? Wir erklären vorschnell Entwicklungen zu Revolutionen, die bestenfalls Weiterentwicklungen sind. Und sind natürlich enttäuscht, wenn nicht gleich alle Blütenträume reifen.

   So geschieht es gerade bei den Social Media. Frust mit Facebook, Twitter und Co. scheint sich breitzumachen, will man den Branchendiensten und Bloggergurus glauben. SIe haben nämlich schon angefangen, sich zu langweilen, weil im letzten halben Jahr nichts einschneidend Neues zum Spielen auf den Markt gekommen ist. Da gab es im Herbst den kurzen "Ello"-Hype. Aber letztlich war das auch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Wo bleiben die neuen Impulse`

   Aber - wer braucht die denn? Müssen wir nicht immer noch allererst lernen, mit all dem, was schon auf dem Markt ist, zu arbeiten? Kennen wir nicht genug Freunde, Geschäftskollegen, Kunden, die noch nicht einmal richtig angefangen haben, die Potenziale von Social Media zu entdecken?

   Oft wissen sie einfach nicht, wo und wie sie anfangen sollen und was realistische Erwartungen sowie echte Möglichkeiten sind - ganz spezifisch, für sie, für ihre Branche, für ihre Firma. Das will nämlich jeweils individuell entwickelt sein. Berater können hier wirklich mal wieder so richtig ihren Job machen:  zu raten, Empfehlungen zu geben, Praxisbeispiele nutzbar zu machen, Orientierung zu vermitteln. Und nicht auf jeden Zug gleich aufzuspringen. Das tut keinem Geschäft gut, nachhaltig ist es schon gar nicht. Hektik ist und bleibt einer der lausigsten Ratgeber.

    "Wer Social Media nur halbherzig betreibt, darf sich über den ausbleibenden Erfolg nicht wundern" titelte kürzlich der Social Media-Blog echtzeitig.com in einem wirklich lesenswerten Blogbeitrag (hier). Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht: "Wer Social Media nur halbherzig und ungeplant betreibt, sollte sich über mangelnden Erfolg nicht wundern." Das ist bei anderen Medien übrigens nicht anders, egal wie alt sie sind.


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